Einleitung (V. 5.1.19)

Zitat

#„See me beautiful“

> See me beautiful

> Look for the best in me

> It's what I really am

> And all I want to be

> It may take some time

> It may be hard to find

> But see me beautiful

(fn)

 

Das Lied „See me beautiful“ („Sieh das Schöne in mir“) kommt mir als Erstes in den Sinn, wenn ich an Marshall Rosenberg denke. Dann sehe ich ihn vor mir, wir er auf seiner kleinen Reisegitarre mit seiner rauen und wenig melodischen Stimme dieses Lied sang.

 

Mit seinen Liedern hat Marshall Rosenberg auf eine schlichte aber grundlegende Art ausgedrückt, was er eigentlich vermitteln möchte. Er war wahrlich kein guter Sänger und auch seine Gitarre war häufig bestimmt. ich fragte mich anfangs, ob er das nicht merkte oder ob es Absicht war. Heute denke ich, das war sein Weg, das für ihn Wesentliche in der Gewaltfreien Kommunikation auszudrücken. Marshall war vor allen Dingen eines: Unperfekt. Er wollte nie als unfehlbarer, perfekter „Meister“ angesehen werden, ganz im Gegenteil.

 

Seine Botschaft war: Wir müssen lernen, die Unperfektheit des Menschen zu akzeptieren. In allen Menschen. Und zuerst in uns selbst. Das Schöne in diesem Unperfekten zu sehen ist eine große Herausforderung.

 

Marshall wollte uns lehren, toleranter zu werden. Toleranter mit dem Menschlichen und den Fehlern anderer Menschen. Denn nur so werden wir als Menschen auf dieser Erde überleben und gut leben können. Wir werden aber nur toleranter anderen gegenüber, wenn wir auch toleranter und mitfühlender mit uns selbst umgehen.

 

Unperfektheit war für Rosenberg daher Programm. Der Mensch ist nicht perfekt. Der Mensch kann und muss wählen zwischen richtig und falsch, Gut und Böse. Dabei werden wir Fehler machen, immer wieder. Mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation lernen wir, unsere eigene Unperfektheit zu akzeptieren. Wir lernen, dass hinter allem was wir tun, immer Bedürfnisse stehen. Bedürfnisse die wir alle teilen, weil wir Menschen sind. Alle Menschen versuchen sich diese Bedürfnisse zu erfüllen. Und sie machen dabei Fehler scheitern ständig.

 

Mit der Gewaltfreien Kommunikation lernen wir, unsere Fehler zu akzeptieren und daraus zu lernen. Marshall Rosenberg meinte oft: “Ich möchte lernen, jeden Tag ein bisschen weniger dumm zu werden.” Nur wenn wir lernen, unsere eigenen Unperfektheit verständnisvoll zu akzeptieren, werden wir auch wirklich tolerant anderen Menschen gegenüber. Und nur wenn die Verantwortung für unsere eigenen Fehler übernehmen, können wir aus diesen Fehlern lernen.

Zitat

Gefällt mir inhaltlich gut. Sprachlich würde ich mir im letzten Absatz wünschen, dass das Wort "lernen" ein-, zweimal weniger vorkommt 😉

Und ganz subjektiv: richtig und falsch/ gut und böse: Hm. Ja schon. Und die Zwischentöne? Da reagiert mein innerer Monk ein bisschen über ...

Freu mich aber, hier "rumkritteln" zu dürfen

 

Liebe Grüße

Erik

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Danke, Erik, ja, so ist es gedacht zum "rumkritteln"...

Ist ja ein erster Entwurf, den ich hier mal reingestellt habe, kommen bestimmt noch ein paar Zwischentöne rein.

Liebe Grüße!

Markus

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Guten Morgen

Die Einführung mit der Liedtext gefällt mir sehr gut, vor allem weil es ihre erste Eingebung ist, und dann ist es meistens stimmig! Es kommt dann nicht so " theoretisch" rüber und spricht auch Menschen an, die über das Rosenbergmodell nicht nicht so viel gehört haben.

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Hey Markus,

finde vor allem die ersten zwei drittel richtig schön und dacht "Au ja!"

Dann gegen Ende hin wird mir die Fehler ein wenig oft betont. Und damit will ich nicht sagen, dass in der GfK keine Fehler, kein Richtig und Falsch usw. vorkommen sollte.

Ich deute das Ende jedoch als eine Art 'Überreagieren?' (mir kommt gerade kein besseres Wort) auf die GfK-Szene, die sich ja oft sträubt, dass es soetwas überhaupt geben darf.

Also Fehler, unperfektes usw. ja. Aber was steckt denn noch Schönes in der GfK, das vielleicht in dem letzten Absatz noch mit aufgreifen...

Und schön, dass du hier Anregungen und Meinungen mit entgegennimmst!

Liebe Grüße,

Julian (hehe und so kann ich mich vom Abschlussarbeit schreiben ablenken ;))

Zitat

Hallo Markus,

mir gefällt die Einleitung extrem gut!

Richtig angenehmer und schöner Einstieg. Ich kann mich richtig in deine Person als "Zuhörer" einfühlen.

Auch der letzte Teil gefällt mir sehr gut und ist in meinen Augen auch der Punkt, der deine Idee der gewaltfreien Kommunikation hervorhebt. Die Frage ist, ob ich das zu diesem Zeitpunkt überhaupt beurteilen kann.

Ich mache es mir jetzt mal einfach. Wenn du bei mir Gedanken auslösen wolltest wie die Folgenden, denke ich hast du alles richtig gemacht. Wenn nicht fand ich´s super, dass die Einleitung diese Gedanken bei mir ausgelöst hat =).

Meine Gedanken dazu sind folgende: Die Akzeptanz von Fehlern im Sinne von "sich weiterentwicklen" spielt eine entscheidende Rolle. Sodass eine... ich nenne es mal Flucht in die Bedürfnisse... nicht möglich ist. Bzw. muss es davon weggehen, den Bedürfnissen die Schuld für das eigene Verhalten zu geben. Viel mehr müssen die Bedürfnisse als Wegweiser dienen, die uns als Menschen zeigen wie wir unser Leben in Eigenverantwortung leben können. Dabei ist ein entscheidender Faktor, dass wir nicht an unseren Bedürfnissen verzweifeln, sondern sie akzeptieren und sie als Unterstützer sehen sollten, welche uns helfen unser "Richtig" und unser "Falsch" zu erkennen.

 

Danke für die Möglichkeit hier mitdiskutieren zu können.

 

Mit besten Grüßen

Jonas

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Guten Morgen,

ich finde die Einladung gut.

Aufgrund der gerade laufenden Diskussion zum Thema Fehlerkultur, die meiner Meinung nach sehr unscharf geführt wird, würde ich nicht von Fehlern, sondern eher von Unzulänglichkeiten sprechen.

Viele Grüße

Hermann Doppler

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Hallo Markus,

hier mein Vorschlag für eine Überarbeitung des letzten Absatzes:

"Marshall Rosenberg meinte oft: “Ich möchte lernen, jeden Tag ein bisschen weniger dumm zu werden.” Dumm zu sein, bedeutet hier, die eigene Fehlbarkeit zu ignorieren. Die Gewaltfreie Kommunikation aber hilft uns, diese Fehlbarkeit als zutiefst menschlich anzuerkennen, sie liebevoll als Teil von uns zu betrachten. Dies ist für mich das größte Geschenk, was Marshall Rosenberg sich und uns gemacht hat. Denn nur wenn wir unsere eigene Unperfektheit verständnisvoll annehmen, werden wir auch wirklich tolerant anderen Menschen gegenüber. Und nur wenn wir die Verantwortung für unsere eigenen Fehler übernehmen, können wir aus diesen Fehlern lernen. Jeden Tag ein bisschen mehr."

U. G.
Zitat

Sorry, da hat etwas mit den ersten Sätzen nicht funktioniert. Also noch einmal:

"Marshall Rosenberg meinte oft: “Ich möchte lernen, jeden Tag ein bisschen weniger dumm zu werden.” Dumm zu sein, bedeutet hier, die eigene Fehlbarkeit zu ignorieren. Die Gewaltfreie Kommunikation hilft uns dabei, diese Fehlbarkeit als zutiefst menschlich anzuerkennen, sie liebevoll als Teil von uns zu betrachten. ..."

U. G.

 

Zitat

Kleiner Typo: "Gitarre war häufig bestimmt" => "verstimmt"